Patchworkfamilie: mehr Ressourcen, mehr Entwicklung?

Familie – als Kind waren das für mich Mutter, Stiefvater, Schwester, Stiefbrüder und Halbbruder, mit denen ich in einem Haus lebte. Aber natürlich auch mein Vater und meine Großmutter, die nicht bei uns lebten. Ich war dreimal verheiratet und habe aus jeder Ehe ein Kind. Meine drei Kinder haben ein gutes Näheverhältnis zueinander. Ein Erfahrungsbericht.

Johanna Vedral

Ich bin in unserem Netzwerk als Mutter und Großmutter die Person mit der längsten Patchworkerfahrung und werde daher in der Familie wie auch von befreundeten Eltern oder in meiner beruflichen Rolle als Psychologin um Rat gebeten, wenn es um Fragen zu Patchworking geht, ganz besonders in der heißen Phase der Trennung.

Was ist die Aufgabe des Teams Familie? Wie können getrenntlebende Eltern als Team funktionieren? Was müssen Patchworker:innen lernen? Welche Bedeutung hat die Geschwisterbeziehung im Patchwork? Wie gehen wir mit starken Gefühlen wie Trennungsschmerz und Eifersucht um?

Was müssen Patchworker:innen mitbringen bzw. entwickeln?

Die wichtigste Aufgabe des Teams Patchworkfamilie ist die gemeinsame Sorge um die Kinder in getrennten Haushalten. Wie kann ein Patchwork, das aus vielen Menschen besteht, funktionieren? Die Herausforderungen für eine kooperative Patchworkfamilie sind:

  1. Gemeinsame Werte und Normen erarbeiten: Was ist eine/unsere Familie?
  2. Kooperation mit dem Expartner auf der Eltern-Ebene
  3. Stabile Regelung von Papa- und Mama-Zeiten
  4. Geschwister: ein unglaublich starkes Team
  5. Emotionale Reifung
  6. Offenheit zur Erweiterung des Netzwerkes, Integrationsbereitschaft

Was ist eine Familie?

Familie ist ein Begriff, von dem jeder glaubt, genau zu wissen, was damit gemeint ist: Vater, Mutter, Kind(er), living happily together , oder? Familie ist aber keine selbstverständliche Entität, sondern ein voraussetzungsvolles und kreatives Alltagshandeln verschiedener familiärer Akteure.

Scheidungskinder sind nicht arm, beschädigt oder gestört.

Die Patchworkfamilie ist keine »zerbrochene Familie«, auch wenn sie nicht mehr an einem Ort zusammenlebt (unilokal). Es bleibt keine kleine »Restfamilie« übrig wie beim Familienkonzept der Alleinerziehenden, sondern die Familie erweitert sich so weit, dass von Rudel oder Clan gesprochen werden kann. Es gibt viele verschiedene Formen von Patchworkfamilien, und jede hat andere Beziehungsformen, Rollen und Regeln als eine Kernfamilie.

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