Das Buch vom Antirassismus

von Tiffany Jewell und Aurélia Durand

Zuckersüß Verlag, ISBN: 978-3982137933, 24,90 Euro

»Wenn du hergekommen bist, um mir zu helfen, verschwendest du deine Zeit. Aber wenn du gekommen bist, weil deine Befreiung eng verknüpft ist mit meiner, dann lass uns zusammenarbeiten.« (sagte die im Buch zitierte Lilla Watson)

Ich bin in Westdeutschland auf dem Land groß geworden, mit deutsch-niederländischen Familienwurzeln. Ich habe eine helle Hautfarbe und dunkelblonde Haare. Mir ist es nie aufgefallen, dass die meisten in meiner Schulklasse und sämtliche Lehrer:innen auch eine helle Hautfarbe hatten. Die wenigen, die eine andere Hautfarbe hatten, sprachen meistens untereinander eine Sprache, die ich nicht verstand. Einige von ihnen wohnten in unschönen Containern schräg hinter unserer Schule, im Schatten der Turnhalle auf einer Brachfläche. Mir wurde schon früh erklärt, wer Hitler war, dass es noch immer Menschen gibt, die ihn toll finden, und, dass das nicht gut ist. Nie aber habe ich mich als junger Mensch gefragt, weshalb die Menschen mit der nicht-weißen Hautfarbe und den anderen Sprachen auf so engem Raum in Kästen wohnten. Wir saßen lediglich nebeneinander in der Klasse, als Fremde, getrennt durch eine unsichtbare Wand. Heute weiß ich, dass diese Wand einen Namen hat: Rassismus .

»Rassismus sind persönliche Vorurteile und Ressentiments UND systemischer Machtmissbrauch durch Institutionen.«

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