Altersdiskriminierung gefährdet die Menschenrechte für Jung und Alt gleichermaßen

Es ist kein Geheimnis: Ältere Menschen erleben ebenso Diskriminierung wie jüngere. Unsere Gesellschaft sortiert gerne die aus, die noch nicht oder nicht mehr »können«. Das muss in beide Richtungen des Altersspektrums beendet werden.

Jan Hunt

Hier ist ein Rätsel: »Ich habe nicht viele Haare, ich habe nicht alle meine Zähne, ich habe Schwierigkeiten beim Gehen, ich brauche Hilfe beim Anziehen, ich werde oft missverstanden, und ich fühle mich manchmal unerwünscht. Wer bin ich?«

Wenn du auf »ein Kleinkind« tippst, hast du recht. Wenn du »eine ältere Person« geraten hast, hast du ebenfalls recht. Diese beiden Gruppen haben viel gemeinsam, aber es gibt einen wichtigen Unterschied. Die gebrechlichen älteren Menschen – und gesunde Senioren – haben Fürsprecher, die ihnen helfen, ihre Bedürfnisse bekannt zu machen. Kleinkinder haben keine solche Hilfe. Wenn sie auf die einzige Art und Weise, die ihnen möglich ist, versuchen, uns mitzuteilen, dass ihre Menschenrechte verletzt werden, werden sie selten ernst genommen; stattdessen werden sie oft verspottet oder sogar bestraft.

Ähnlichkeiten von Jüngeren und Älteren

Junge und alte Menschen können sich körperlich nicht selbst versorgen, und sie brauchen und verdienen respektvolle Hilfe. Mir wurden zum ersten Mal die Ähnlichkeiten zwischen den sehr jungen und den sehr alten Menschen 1982 in Ohio bewusst. Meine Schwiegermutter Anabel, mein Sohn Jason und ich besuchten Anabels Eltern, die damals in ihren achtziger Jahren waren. Als es an der Zeit war zu gehen, holte ich Jasons Schuhe und half ihm beim Anziehen. Ich sah mich zufällig im Zimmer um und lächelte. Da war Anabel, die sich hinkniete und Opa die Schnürsenkel band.

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