Warum Unerzogen notwendig ist

Ein Kommentar von Aida S. de Rodriguez

Unerzogen ist eine Bewegung, die einen radikalen Wandel im Status quo erfordert. Dies wiederum verlangt radikales Umdenken, Perspektivenwechsel und Horizonterweiterung.

Der Begriff »unerzogen« erzeugt viele Widerstände. Doch die Überwindung der negativen Assoziationen und Vorurteile beim Ertönen des Begriffs »unerzogen« sind ein wichtiger Aspekt im Paradigmenwechsel von Erziehung zur Beziehungsfähigkeit in der Erwachsenen-Kind-Beziehung und beim Erkennen von Adultismus. Diese interne Auseinandersetzung eröffnet die Möglichkeit, erlebte Erziehung und sozialisierten Adultismus in Frage zu stellen. Ohne unser erzieherisches Handeln zu hinterfragen und uns von eben diesem gänzlich zu lösen, können wir Adultismus nicht überwinden.

Es ist unmöglich, Diskriminierung und die dadurch erzeugte Gewalt aufzulösen und zu verwandeln, ohne anzuerkennen, welchen Schaden ein einzelnes Wort verursachen kann. Erziehung war und ist immer wieder Deckmantel für Machtmissbrauch und Misshandlungen. Ein regelrechter Freifahrtschein für die Degradierung junger Menschen zu Objekten des erzieherischen Handelns Erwachsener.

Artikel weiterlesen?

Kauf die aktuelle Ausgabe oder schließ ein Abo ab, um alle Ausgaben zu lesen.

Du bist bereits Abonnent oder hast das Heft gekauft und besitzt ein Benutzerkonto?