»Ich bin nicht mehr die Person, die ich mal war.«

In vielen Vereinen und Organisationen gibt es soziales und bürgerschaftliches Engagement rund um die Themen Bildung und Leben mit Kindern. In dieser Reihe werden einige davon vorgestellt.

Ein Interview mit Catrin Domke, vom Traum(a)Geburt e. V. (Teil 2)

Im ersten Teil in der Ausgabe 2/20 sprachen wir mit Catrin Domke über die Ziele des Traum(a)Geburt e. V. und wie diese erreicht werden sollen. Wo sieht sie Probleme und Schwierikeiten in der Arbeit des Vereins? Was wünschen sich betroffene Familien? Wir fragen nach.

Was erschwert Ihnen die Arbeit?

Erschwert wird unsere Arbeit durch das weiterhin massive Tabu um das Thema Gewalt in der Geburtshilfe, durch ein falsches, angstbesetztes Bild von Geburt und nicht zuletzt vom mangelnden Interesse der Gesellschaft an diesem Thema – wobei es eigentlich jeden betrifft.

Hier fehlt uns eine generelle gesellschaftliche Würdigung des Themas Geburt und Familie. Das Thema Trauma erfährt gerade Aufmerksamkeit bzgl. der transgenerationalen Traumata der Kriegskinder und den Folgen für die »Kriegsenkel«. Hieran zeigt sich auch, welche langfristigen Folgen Geburtstraumata von Müttern und Kindern für eine Gesellschaft haben.

Catrin Domke vom Traum(a)Geburt e. V.

Juristisch gesehen ist diese Gewalt ein blinder Fleck – sie wird nicht gesehen oder sofort bestritten, dass ein Eingriff trotz vorliegender Einwilligung sehr wohl strafrechtlich relevant werden kann. Wesentlich ist hier, wie die Aufklärung zustande kam. Unter Drohungen und Falschaussagen zum Gesundheitszustand des Kindes oder unter Zwang ist eine Einwilligung für jeden nachvollziehbar und nach Patientenrecht nicht rechtsgültig – und damit jeder Eingriff eine Körperverletzung.

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