Aus dem Weg gehen

Vom Fluch des Lobens, Kommentierens und Anerkennens. Noch heute ist der Glaube, Kinder müssen gelobt und somit motiviert werden, tief verwurzelt. Es gehört zum »guten Ton« als moderne Eltern, den Nachwuchs beständig zu loben. Ist das so? Ist das hilfreich und dient es tatsächlich zum Besten des Kindes?

Naomi Aldort

Mein Mann und ich werden oft für das Verhalten und Auftreten unserer Kinder gelobt. Die Leute denken, dass wir sie disziplinieren. Das tun wir aber nicht. Wir disziplinieren uns selbst.

Wir erfüllen die Bedürfnisse unserer Kinder, sorgen für ihren Schutz und zeigen ihnen die Möglichkeiten des Lebens. Wir mischen uns jedoch nicht in ihr Spiel, ihr Lernen, ihre Kreativität oder irgendeine andere Form des Wachstums ein. Wir lieben, umarmen, füttern, teilen, hören zu, antworten und beteiligen uns, wenn wir gefragt werden. Dennoch halten wir unsere Kinder frei von Beleidigungen und Manipulationen, die sich aus »hilfreichen« Kommentaren und Ideen ergeben – Einflüsse, auf die Kinder in ihrem Abhängigkeitsgrad so empfindlich reagieren.

Elterliche Selbstdisziplin

Diese Art von Disziplin ist nicht einfach. Nicht nur, dass unsere Gesellschaft sie nicht unterstützt, sondern die Versuchung, die »Regeln« zu brechen, lebt in uns. Der Drang, in die Aktivitäten von Kindern einzugreifen, ist in unserer Erziehung verwurzelt und in unserer Kultur verstärkt.

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